Kreditkarten Vergleich
Der Kreditkartenanbieter Mastercard will bis
Mitte 2006 in deutlich mehr Geschäften vertreten sein als heute. "Wir erwarten,
daß die Mastercard bis zur Fußballweltmeisterschaft 2006 von 500 000 Händlern
akzeptiert wird", sagte Norbert Gebhard, verantwortlich für den deutschen Markt,
im Gespräch mit der WELT. Derzeit können Kunden in 450 000 Geschäften in
Deutschland mit der Mastercard bezahlen. Konkurrent Visa kommt auf 440 000.
Einen Schub erhofft sich Mastercard, abgesehen von der Werbeoffensive im Rahmen
der Fußball-WM, vor allem von der neuen Barzahlungsklausel. Ab Anfang Januar
können Händler bei der Mastercard erstmals die Gebühren von durchschnittlich
zweieinhalb Prozent des Warenwertes an die Kunden weitergeben. Visa verzichtet
weiter auf diese Möglichkeit. Hier müssen auch künftig die Geschäftsinhaber
allein für die Kosten aufkommen.
Umfragen zeigen zwar, daß gerade die großen Handelsgruppen auch die
Mastercard-Gebühren nicht an ihre Kunden weitergeben werden. Doch Gebhards
Kalkül ist: "Allein die Gewißheit, dies unter Umständen machen zu können, sollte
viele Händler zur Mastercard bringen." Gerade bei Möbelhäusern und
Elektronikmärkten erwartet er in Zukunft eine größere Akzeptanz der Kreditkarte.
Bislang machen an den Kassen im Einzelhandel eindeutig Bargeld und EC-Karte das
Rennen. Lediglich fünf Prozent der Umsätze werden mit einer Kreditkarte
beglichen. Mastercard kommt hierzulande bislang auf einen Anteil von 2,2 Prozent
an allen Einzelhandelsumsätzen. "Diesen Anteil wollen wir in den nächsten zwei
Jahren auf drei Prozent steigern", so Gebhard. Im gleichen Zeitraum soll sich
die Zahl der Mastercard-Karten von elf Mio. auf 15 bis 18 Mio. erhöhen und damit
die Marktführerschaft weiter ausgebaut werden. Visa hat derzeit rund neun Mio.
Karten im Umlauf.
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